Alle Wohlgerüche dieser Welt

Der assyrische König und Herrscher Assur-nasirapli II. rühmte sich, in seinen Obstgärten Früchte sammeln zu können, wie ein Eichhörnchen. Der Garten, die Parkanlage des Mächtigen, lag auf einem Berg, mit Kanälen durchzogen, und mit Bäumen aller Art bepflanzt.

Hier wuchsen nicht nur die viel gerühmten Tamarisken, hier fanden sich Eichen, Terbinten, Fichten, Zypressen und Wacholder, Ebenholz, Mandeln, Rosenholz, Ölbäume Walnuss, Granatäpfel, Datteln, Eschen, Birnen, Quitten, Feigen und Wein. Die hängenden Gärten von Babylon, deren Existenz angeblich nicht bewiesen ist, die neuere Nachforschungen jedoch durchaus bestätigen, sind ein weiteres hervorragendes Beispiel für die Pracht und Herrlichkeit, für den Überschwang und die unermessliche Menge an finanziellen Aufwendungen, welche die Oberen in die Gestaltung ihrer meist repräsentativen Anlagen steckten.

Die alten Ägypter besaßen also bereits eine ausgeprägte Gartenbaukultur, die zu großen Teilen auch religiös geprägt war. So sind die symmetrischen Linien und Muster, in den die Gärten strukturiert sind, alle von einer „göttlichen Geometrie“ geprägt. Die Muster des islamischen und allgemein der östlichen Glaubensrichtung nämlich, wie im Übrigen auch zwangsläufigerweise in abgeschwächter Form im westlichen Glauben, dem Christentum zu finden, diese Muster religiöser Symbolik also, entstammen derselben Quelle.

Besonders deutlich macht das der islamische Glaube, in dem Abbildungen Gottes komplett verboten sind. Stattdessen eben bedient man sich der göttlichen Symmetrie/Geometrie.

Das Urmuster aller Gartenanlagen

Diese Geometrie geht davon aus, dass alles Leben im Anfang symbolisch durch einen Kreis dargestellt werden kann. Schneidet man diesen Kreis nun mit einem anderen (der Beginn des Seins) ergibt sich eine pupillenförmige Schnittmenge der beiden Kreise (auch das Auge Gottes genannt). Ausgehend von diesem Muster nun (dass sich im übrigen in immer kleineren Dimensionen wiederholen lässt – hier kommt beispielsweise der sogenannte „Goldene Schnitt und Pi“ ins Spiel) sind alle Muster, die in Fresken mohammedanischer Kunst und ebenso in den Gartenanlagen zu sehen sind, nach dieser Grundlage konzipiert.

Die Vervielfältigung dieser Grundmuster ergibt fantastische Blumenmuster, führt man das Muster weiter, ergeben sich sogar mehrdimensionale Strukturen. Hier, in dieser Vereinigung zweier Kreise, findet sich der Gottesgedanke tatsächlich wieder. Ein würdiger Rahmen also für die Bestrebung, im Garten ein wenig vom Licht der Schöpfung sichtbar werden zu lassen.